Uhrenbuecher

Das Buch für Hobby Uhrmacher

Die Armbanduhr in der Reparatur

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Die Ganggenauigkeit von mechanischen Uhren ist relativ hoch: Die Abweichung guter Automatikuhren liegt bei etwa zehn bis zwölf Sekunden pro Tag. Die Hersteller regulieren sie meistens so, dass sie leicht vorgehen. Denn die Gangfehler sollen sich bei Nacht, wenn die Uhr abgelegt wird, selbst korrigieren: In dieser Zeit laufen sie acht oder zehn Sekunden langsamer, so dass in der Regel eine Korrektur pro Woche genügt. Das Gangreservoir einer Automatikuhr reicht bis zu 40 Stunden nach dem Ablegen. Uhrmacherwerkzeug
Auch so genannte Hybriden mit Kinetic oder Autoquarz-Technik sind im Angebot. Vom Funktionsprinzip nahezu identisch verbinden sie die Präzision einer Quarzuhr mit der Umweltfreundlichkeit (keine Batterie) und Ökonomie einer Automatikuhr. Kraftquelle des Antriebs ist - wie bei Automatikuhren - ein großer Zentralrotor, der durch jedes Handumdrehen in Bewegung gesetzt wird. Bei den Hybriden füttert seine Energie aber einen Mini-Generator, der Strom produziert. Dieser Strom versetzt einen Quarzkristall in Schwingungen: Deren Übersetzung bis hin zur Zeitanzeige funktioniert dann genau wie bei einer Quarzuhr. Uhrmacherwerkzeug

Quarz-, Autoquarz- sowie Kinetic-Uhren sind daran erkennbar, dass sich der Sekundenzeiger mit leichtem und gleichmäßigem Zittern über das Zifferblatt bewegt. Bei mechanischen Uhren schreitet der Sekundenzeiger kontinuierlich, beinahe fließend voran.
 
Was darf eine gute Uhr kosten? Uhrmacherwerkzeug
Qualitativ gute Quarzuhren im verschraubten Edelstahlgehäuse bekommt man schon ab etwa 200 Mark. Automatikuhren gibt es schon ab 120 Mark. Deren Genauigkeit lässt gelegentlich zu wünschen übrig, auch geben sie oft früh den Geist auf. Mechanische Uhren, die auf lange Zeit Spaß bereiten und auch im Detail sehr gut verarbeitet sind, kosten mindestens 800 Mark. Und wer ein wirklich salonfähiges Modell von dauerhaftem Wert will, muss mit 3000 bis 5000 Mark kalkulieren. Als Faustregel kann gelten: Die gehobene Klasse zwischen 800 und 1500 Mark bietet sehr gute Qualität, ab etwa 2000 Mark ist schon echtes Manufakturwerk drin, aber die Champions League in Sachen Technik, Design und Prestige spielt in der Region ab 3000 Mark.
 
Uhren als Wertanlage
Aktuelle Uhren als Kapitalanlage, sprich mit der Option, dass ihr Wert sich steigert, sind die ganz große Ausnahme. Ist jedoch eine wertbeständige Geldanlage gefragt, finden sich unter mechanischen Uhren geeignete Investitionsobjekte. Denn nur für exklusive Uhren existiert ein florierender Sammler- und Liebhabermarkt, dessen kontinuierliche Preissteigerungen Wertstabilität schaffen. Neben Glashütte, Omega, RLX und Zenith findet die Marke Chronoswiss aus München zunehmend Beachtung. Geht es um wertbeständige Uhren, sind Chronographen der etablierten Traditionsmarken ohnehin die beste Wahl. Sie erlebten von wenigen Jahren einen regelrechten Boom und werden wohl nie aus der Mode kommen.

 

R u h l a
die Stadt der Thüringer Uhrenindustrie - 140 Jahre Tradition

Ruhla liegt im Thüringer Wald, südlich von Eisenach.
Diese Mittelgebirgsstadt ist ein traditionelles Zentrum der Uhrenindustrie und der Feinmechanik.


1862 gründeten die Gebrüder Christian und Georg Thiel
eine Metallwarenfabrik und begannen um 1892 mit
der Produktion von Taschenuhren.
Das Unternehmen wurde stetig erweitert und profilierte sich
zu einem der größten und bedeutendsten Uhrenherstellern
Deutschlands.


Die erste wichtige Entwicklung war die Taschenuhr „Fearless”, die vorwiegend auf dem nordamerikanischen Markt großen Erfolg hatte.
Fast jährlich präsentierte nun das Unternehmen Thiel Neuentwicklungen, zunächst ausschließlich mit Stiftankerhemmung und Wippenaufzug.


Ab 1906 begann die Produktion von Herrenarmbanduhren (Foto).
Von Anfang an wurde viel Wert auf eine rationelle Fertigung gelegt, um preiswert Qualitätsprodukte in großen Stückzahlen herzustellen.


Erst im Jahre 1919 wurde mit der „Thiela” eine Taschenuhr mit 15 Steinen, Kolbenzahnankerhemmung (also Schweizer Ankergang) und Kupplungsaufzug gefertigt (Foto).

Zur Verminderung der Krisenanfälligkeit wurde begonnen, Werkzeuge für die Uhrenindustrie und Werkzeugmaschinen für die Werkzeugfertigung selbst zu produzieren.
Dafür fanden sich zunehmend Kunden in der allgemeinen Metallindustrie, so daß eine eigenständige Maschinenfabrik entstand.
Die Uhrenfertigung blieb aber immer das wichtigste Arbeitsfeld der Firma mit einer umfangreichen Produktpalette.


Eine Besonderheit in der Taschenuhrentwicklung war eine Ausführung mit Ziffernanzeige auf der Basis eines 18´´´igen Uhrwerkes im Jahre 1922 (Foto).

Die ersten 10´´´igen Damenarmbanduhren wurden 1935 mit den Kollektionen Venus und Darling verkauft (Foto).

Die Enteignung der Gebrüder Thiel im Jahre 1945 und die Bildung eines volkseigenen Betriebes am 01.05.52 waren zwei bedeutsame Ereignisse.



Die Nachkriegsproduktion begann mit einer Weckerentwicklung aus Materialbeständen von Zeitzündern aus der damaligen Rüstungsproduktion (Foto).
Dieser folgten die Produktionsaufnahme von preiswerten Armbanduhren und Reiseweckern und mehrsteinigen Damen-, Herren- und Taschenuhren.
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Im Jahre 1963 wurde das robuste mechanische Stiftankeruhrwerk Kal. 24 entwickelt.
Insgesamt wurden von diesem Uhrwerk ca. 120 Mio Stück hochgradig automatisiert gefertigt; in den besten Jahren 25.000 Stück am Tag.



Das Uhrwerk wurde u.a. in Armbanduhren (Foto), Taschenuhren, Reisewecker, Stoppuhren, Autohaftuhren, Kleintischuhren eingesetzt.



Die Entwicklung der kontaktgesteuerten elektrischen Armbanduhr (patentiert) im gleichen Jahr bestätigte die uhrentechnische Kompetenz der thüringischen Uhrenindustrie (Foto).
Der Weg zum Quarz-Uhren-Zeitalter war somit auch in Ruhla geebnet.

Die ersten analogen Quarzarmbanduhren erschienen 1977 (Foto), die ersten LCD-Armbanduhren 1979 (Foto).
In den darauf folgenden 12 Jahren wurden 3 weitere Generationen von analogen Quarzarmbanduhrwerken entwickelt; das letzte im Jahr 1990 mit 2,20 mm Werkhöhe (3 x Foto).


 

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Neben den mechanischen Weckern und Kurzzeitweckern bildete sich ab 1985 der Quarzwecker zu

einem Haupterzeugnis aus.Uhrmacherwerkzeug
Die tägliche Produktion betrug 8.000 Stück pro Tag (Foto).

Eine weitere wichtige Etappe der ehemaligen DDR-Uhrenindustrie war die Fertigungsaufnahme mikroelektronischer Bauelemente im Jahre 1979 und die Software-Entwicklung von Uhrenschaltkreisen.
Ab diesem Zeitpunkt entstanden die Schaltkreise für die Uhrenproduktion im eigenen Hause;
selbst bis hin zur Funkuhr-Basis.
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Die letzte nennenswerte Neuentwicklung war eine Funk-Tisch-Uhr;
geschützt durch mehrere Patente (Foto).
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Dann kam die Wende.
Es begann wieder eine geschichtliche neue Etappe der Uhrenindustrie Ruhla’s.

Aus dem Großkonzern Uhrenwerke Ruhla entstanden private, hochspezialisierte Klein- und Mittelbetriebe.
Zu denen zählt auch unsere Firma Uhren und Feinmechanik Ruhla GmbH.

Die Gründung erfolgte am 01.10.1991 Unternehmen.
Das Hauptproblem für Gardé bestand zur Gründungszeit im Wegfall aller Vertriebswege der ehemaligen Uhrenwerke Ruhla.
Ein völlig neues Sortiment an Uhren und feinmechanischen Erzeugnissen wurde entwickelt.
Besonders intensiv wurde ab 1993 an der Entwicklung einer neuartigen Funkarmbanduhr-Generation gearbeitet.
Anläßlich der Messe in Basel 1995 wurde die Uhr erstmalig vorgestellt.
Zwischenzeitlich wurden mehrere Hunderttausend Funkarmbanduhren und -module für die Märkte Deutschland, USA, Japan, Frankreich, Italien, Schweiz u.a. ausgeliefert.
Die Wertschätzung der Gardé- Funkarmbanduhr-Technologie kommt auch darin zum Ausdruck, daß diese in der ständigen Ausstellung für Zeitmeßtechnik des Deutschen Museums in München präsent ist.

Nach 13 Jahren erfolgreicher Arbeit und Neuorientierung bieten wir unseren Kunden ein umfassendes Programm mit vielen ganz speziellen Sortimenten.