Uhrmacher

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Meisterverzeichnis von Uhrmachern


Die folgende alphabetische Zusammenstellung enthält die bedeutendsten Uhrmacher, bzw. die für die Geschichte der mechanischen Räderuhr die wichtigsten Persönlichkeiten der Welt.
Almanus Paulus: Augustinerpater und Uhrmacher aus Augsburg, kam 1475 anlässlich des Heiligen Jahres nach Rom, reparierte dort Uhren von Bischöfen und Kardinälen. Aus seinem erhaltenen Skizzenbuch geht hervor, dass damals bereits Federzuguhren bekannt waren und dass Schnecken mit Darmsaite, der Spindelgang und Schlagwerke Verwendung fanden.



Amant Louis: Paris, Meister 1725, erfand 1741 die Stiftankerhemmung für Turmuhren. Seine Erfindung wurde 1751 von j. A. Lepaute (1708-1789) verbessert und für Wand und Stutzuhren allgemein eingeführt. Die Stiftankerhemmung wird auch Scherenhemmung genannt.



Ambühl: Bauernfamilie im Sertigtal in Davos/Schweiz, die von etwa 1670 bis 1840 den Wintermonaten einfache hölzerne Wanduhren, die »Davoser Uhren«, herstellte.



Andervalt Pasquale: baute Mitte des 19. Jh. in Triest sog. Wasserstoffuhren; dabei wurde granuliertes Zink in verdünnte Salzsäure geworfen, wobei sich Wasserstoff entwickelte, das einen Kolben hochtrieb und dabei das Gewicht des Uhrwerks aufzog.



Anthony William: Clerkenwell / London, *1764, +1844. Erfolgreicher Uhrmacher der viele Uhren in Chinesischer Manier herstellte. Er war aktiv an der Gründung der »Watch and Clockmakers Benevolent Institution« im Jahre 1815 beteiligt.



Archer Henry: London. Schmied und Uhrmacher, *1649. Im Jahre 1632 war er einer der Gründungsmitglieder der »Clockmakers Company«, deren erster Direktor er wurde.



Arlaud Henri: tätig 1650-1689. Er stellte hauptsächlich Spindeltaschenuhren her, teils mit astronomischen Angaben. Die Gehäuse bezog er u. a. von den Gebrüdern Huaut in Genf und Berlin.



Arnold John: *1744 (Bodmin), +1799 (London). Er lernte das Schlosser- und Uhrmacher Handwerk bei seinem Vater, ging 1760 nach London und machte sich dort selbständig. Am 4. Juli 1764 legte er König Georg III. von England eine selbstgefertigte Repetitionsuhr, eingebaut in einen Ring, vor, die den ersten in Rubin ausgeführten Zylinder enthielt. Seit 1770 beschäftigte er sich mit der Herstellung von Marinechronometern. 1775 erhielt er ein Patent auf eine bimetallische Kompensations - Unruhe mit zylindrischer Spirale. Anfänglich verwendete er in seinen Chronometern die Chronometerhemmung mit Wippe. 1782 ließ er sich die Chronometerhemmung mit Feder patentieren. Bald darauf gründete er eine Chronometerfabrik in Chigwell/Essex. 1787 nahm er seinen Sohn, John Roger, als Partner in die Firma auf.



Arnold John Roger: London, Sohn von John Arnold. Er lernte bei seinem Vater 1783 und arbeitete zeitweise bei Abraham Louis Breguet in Paris. 1817 wurde er Uhrmachermeister. 1830 nahm er E. j. Dent als Partner in seine Firma auf. Sie trennten sich 1840. Auch John Roger Arnold erhielt verschiedene Patente auf neue Entwicklungen, war aber nicht so bedeutend wie sein Vater.



Arzberger Friedrich: Professor in Wien, 1833, 1905, erfand eine ideenreiche Schwerkrafthemmung, die er bei Karl Urban in Wien bauen ließ.



Arzt Johann Martin: geb. in Konstanz, heiratet 1752 die Tochter des Hofuhrmachers Chur in München und erhielt die Hofuhrmacherstelle. Er starb 1799. Von ihm sind zahlreiche Turmuhren und kunstvolle Stutz und Reiseuhren bekannt.



Auch Jacob: *1765 in Echterdingen als Sohn eines Bäckers, +1842. Uhrmacherlehre und sechs Jahre Gesellenzeit bei Ph. M. Hahn in Echterdingen. 1787 nach Valhingen, Eröffnung einer eigenen Werkstatt und Heirat. 1798 herzoglicher Hofuhrmacher in Weimar.



Aurelius San Daniele: Augustinerpater, weltlicher Name Michael Fras, *1728 (Thüringen), 1752 Professur abgelegt, Lehrer der Mathematik, +1.3.1782 (Wien). Von ihm sind drei komplizierte astronomische Prunkuhren bekannt: 1. astronomische Prunkuhr von 1710 im Bayerischen Nationalmuseum München mit Angabe der Bewegungen von Sonne, Mond und Mondknoten im Tierkreis, von Apogäum und Perigäum, der Finsternisse, der astronomischen, babylonischen, italienischen Stunden, der Tag- und Nachtlängen, der Stunden des Auf- und Untergangs der Sonne, des immerwährenden Kalenders mit Berücksichtigung der Schaltjahre, der Jahreszahl, der Römerzinszahl, Epakte, goldenen Zahl, des Sonntagsbuchstabens. Mit beweglichem Himmelsglobus und Mondkugel. 2. Bodenstanduhr mit Angabe der Aquation 1771 im Bundesmobiliendepot Wien. 3. Barock - Kastenuhr 1773 mit astronomischen Angaben und Aquationsanzeige in der Universität Innsbruck.



Bacheiard: Paris 1795-1820. Er stellte Taschenuhren in feinster Vollendung, darunter auch mit automatischem Aufzug nach dem Pedometer-Prinzip, her.



Bachofen: Uhrmacherfamilie in Zürich, die über mehrere Generationen zwischen 1660 und 1788 nicht nur Zürich und große Teile der Schweiz mit Turmuhren belieferte, sondern auch zahlreiche Wand- und Stutzuhren herstellte.



Badollet: Uhrmacherfamilie in Genf, die von etwa 1620 bis in das 19. Jh. hinein Uhren herstellte. Jean Moise B. (1811-1854) war der bedeutendste Vertreter der Familie, der Seechronometer und technisch komplizierte Uhren anfertigte.



Baillon Jean Baptiste: Paris, tätig etwa ab 1751, starb um 1770. Bedeutender Hofuhrmacher von Königin Marie Leszinska und später von Marie Antoinette. Von ihm sind zahlreiche Uhren in verschiedenen Museen erhalten. Ihm wurde nachgesagt, der reichste Uhrmacher Europas zu sein.



Bain Alexander: *1811 (Thuso, Schottland), +1877 (Broomhill). Er war der erste, der die Elektrizität für den Antrieb einer Uhr verwendete. 1843 erhielt er ein Patent auf ein elektromagnetisch angetriebenes Pendel.



Baldewin (Baldewein) Eberhard: Hofuhrmacher des Landgrafen Wilhelm IV. von Hessen in Kassel. Ursprünglich Schneider, dann Lichtkämmerer und Architekt, schließlich Hofmechaniker in Kassel, Schöpfer von zwei bedeutenden Kunstuhren, Spitzenleistungen der Uhrmacherkunst seiner Zeit. Die erste Planetenuhr, entstanden 1559-61, 90 cm hoch, zeigt auf acht Hauptzifferblättern nach dem ptolemäischen Weltsystem den Umlauf von Mars, Venus, Merkur, Saturn, Jupiter und Mond sowie das Astrolabium und ein Kalenderzifferblatt mit den Zeitangaben. Im Oberteil der Uhr befindet sich ein Himmelsglobus, der sich in Sternzeit dreht. Im Auftrag des Kurfürsten August I. von Sachsen baute Baldewin in den Jahren 1563-67 eine technisch ganz ähnliche, jedoch größere und prunkvollere Uhr in fast gleicher Zifferblattordnung, die heute das Prunkstück des Mathematisch - Physikalischen Salons in Dresden darstellt. 1575 entstand der Himmelsglobus mit Uhrwerkantrieb, der Vorbild für zahlreiche weitere Himmelsgloben wurde.



Banger Edward: London, wurde nach seiner Lehre (1 687-1694) Mitarbeiter Tompions und heiratete dessen Nichte. Zwischen 1701 und 1708 erscheint sein Name zusammen mit Tompion auf vielen guten Bracket Clocks und Bodenstanduhren. Dann scheidet Banger aus der Partnerschaft mit Tompion aus, worauf es keine Nachrichten mehr über ihn gibt.



Barkley Samuel: London, begann 1715 die Uhrmacherlehre bei George Graham, wurde sein Werkstattleiter und Nachfolger. Er selbst nahm 1751 Thomas Colley als Geschäftspartner auf. Die Firma nannte sich dann Barkley & Colley.



Barlow Edward: London, *1636, +1716, dessen Name eigentlich Edward Booth lautete. Bedeutender Uhrmacher und Erfinder, erfand um 1676 das Rechenschlagwerk, das das einfache Schloßscheibenschlagwerk ablöste. Er ist der Erfinder des Rufschlagwerkes der Repetitionen, wobei er in einen Prioritätsstreit mit Daniel Quare geriet. Mit Tompion und Houghton ließ er sich 1695 einen Vorläufer der Zylinderhemmung patentieren.



Berthoud Ferdinand: (1727-1807), bekannter Schweizer Uhren- und Chronometerbauer. Er war Mitbegründer der Theorie des Isochronismus der Spirale und hatte an der Entwicklung der Zylinderhemmung wesentlichen Anteil.



Bouquet David: französischer Uhrmacher, Anfang des 17.Jahrhunderts in London tätig, um 1631 Gründungsmitglied der Clockmakers Company.



Break-arch-Uhr: englische Bezeichnung für eine Bodenstanduhr- oder Stutzuhr, deren Gehäuse oben in einem Halbkreis schließt, der dadurch über dem Zifferblatt entstehende Raum kann mit Kalender u.s.w. ausgefüllt sein. Diese Uhren wurden im ganzen 18. Jahrhundert hergestellt.



Bréguet Abraham Louis: *1747 (Kanton Neuenburg), +1823 (Paris). Einer der berühmtesten Uhrmacher aller Zeiten. Erfinder der nach ihm benannten Breguet-Spirale, des Tourbillons, der Gongfeder von Repetitionsuhren, der Parachute-Stoßsicherung und vieler anderer technischer Besonderheiten (guillochierte Uhrgehäuse, das Etchappement naturel, Gongstahlfedern, »Pendule Sympathique«) an Uhren. Er machte den von Perrelet erfundenen automatischen Aufzug für Taschenuhren erst gebrauchsreif und stellte selbst zahlreiche Taschenuhren mit automatischem Aufzug her. (Siehe auch: Komplikationen)



Brockbank: Gebrüder John & Myles. Ausgezeichnete Chronometerhersteller aus der Anfangszeit des Chronometerbaus. Zwischen 1775 und 1815 nahmen die Brüder Samuel Elliot Atkins in die Firma auf und firmierten seither als Brockbank & Atkins.



Brocot Achille: *1817, +1878. Qualifizierter Uhrmacher, der vor allem durch die von ihm entwickelte und benannte Hemmung bekannt wurde. Bei dieser besitzt der Messinganker anstelle von Klauen senkrecht zu seiner Fläche stehende halbrunde Steinstifte. Diese Hemmung ist üblicherweise bei den französischen Bronzependulen in einer Vertiefung des Zifferblattes sichtbar angeordnet.



Bronnikow: 2. H. 19. Jh., geh. in Wjatka (heute Kirow, Industriezentrum am Ural), stellte zusammen mit seinem Sohn zahlreiche Taschenuhren her, die völlig aus Holz gearbeitet wurden. In der Regel besteht das Gehäuse aus Birkenkropf, die Räder aus Palmenholz, die Uhrfeder aus Bambus und Zeiger und Zifferblatt aus Geisblatt. Das Gewicht der gesamten Uhr einschl. Gehäuse beträgt 8-10 Gramm.



Brown Jonathan Clark: (1807-1872), amerikanischer Uhrmacher stellte sogenannte Eicheluhren her.



Bruder Ignatz: *1780 (Zell am Harmersbach), +1845 (Waldkirch). Angesehener Spieluhrenhersteller seit 1804 in Simonswald (Schwarzwald).



Bürgi Jost: Genialer Uhrmacher, Mechaniker und Mathematiker. Hofuhrmacher des Landgrafen Wilhelm IV. von Hessen. Erfinder der Logarithmen und der Dezimalschreibweise. Die Leistungen Bürgis beruhen besonders darauf, daß er beim Bau seiner Uhren wohl als erster den Weg zu größerer Genauigkeit gesucht hat. Um den Antrieb gleichmäßiger zu gestalten, erfand er ein Zwischenremontoir (eine mit Blei gefüllte Tasche, die das Werk antrieb), mit dessen Hilfe er bei seiner ersten Experimentieruhr eine Laufzeit von drei Monaten erreichte. Zur Verbesserung der Ganggenauigkeit erfand er ein neues Hemmungssystem, dass von seinem Entdecker, Prof. Bertele, Wien, Kreuzschlag genannt wurde. Bürgi war wahrscheinlich auch der erste, der an einigen seiner Uhren Sekundenzeiger anbrachte.



Butterfield Michael: (1635-1724), englischer Instrumentenbauer, baute unter anderem Vermessungsinstrumente, wurde aber hauptsächlich durch seine tragbaren Sonnenuhren bekannt.



Cabrier Charles: London. Tüchtiger englischer Uhrmacher, tätig zwischen 1726 und 1772. Hersteller zahlreicher Taschenuhren, auch mit Chatelaine, Stutzuhren im Stil der Bracket Clocks, u. a. mit Spielwerken.



Caffieri, Philipp: Paris, *1714 +1774, der hervorragendste Bronzegießer seiner Zeit, fertigte sowohl Einzelbronzebeschläge für französische Pendulen als auch ganze Bronzeuhrgehäuse an. Die berühmte Bronzestanduhr von Passement stammt aus seiner Werkstatt.



Caron Pierre Augustin: (1732-1799), französischer Uhrmacher und Edelmann, wurde 1755 Uhrmacher Ludwigs XV.




Clement William: (1638 - 1704), bedeutender Londoner Uhrmacher, der Huygens Pendel verbesserte und den bis dahin üblichen Pendelfaden durch eine biegsame Feder ersetzte. Erfinder der Clement- oder Hakenhemmung sowie des Sekundenpendels und des einfachen Ankergangs Hemmung. Seit 1677 Mitglied der Clockmakers Company.



Congreve William: (1772 - 1828), englischer Uhrmacher, erhielt 1808 ein Patent für eine Kugellaufuhr.



Cottey Abel: (1655-1711), englischer Uhrmacher, wanderte nach Amerika aus und eröffnete 1682 in Philadelphia einen Uhrmacherbetrieb. Wahrscheinlich erster Uhrmacher Amerikas.



Curtis Lemuel: (1790-1857), amerikanischer Uhrmacher aus Massachusetts, lernte bei der Uhrmacherfamilie Willard.



Dent Edward John: (1790-1853) englischer Uhr- und Chronometermacher, erhielt den Auftrag, die Uhr von Westminster zu bauen, die schließlich von seinem Stiefsohn Frederick ausgeführt wurde.



Ditisheim Paul: (1868-1945), einer der bedeutendsten Schweizer Uhr- und Chronometerbauer.



Dürrstein & Co.: Johann Dürrstein und sein Bruder Friedrich gründeten 1893 die Glashütter Uhrenfabrik Union, die zunächst große Bedeutung erlangte, während der Wirtschaftskrise 1926 aber liquidiert werden musste.



Earnshaw Thomas: (1749-1829), englischer Uhrmacher, tätig in London, verbesserte um 1782 den Chronometergang für Schiffschronometer.



East Edward: (1603-1698), englischer Uhrmacher, gehörte zu den Gründungsmitgliedern der Clockmakers Company, zu deren Vorsteher er 1645 und 1652 gewählt wurde. Er arbeitete für Karl I. und Karl II., war einer der ersten Uhrmacher in England.



Ellicott John: d.J.(1706-1772), englischer Uhrmacher und Erfinder, Sohn von John Ellicott (1687-1733), war Uhrmacher König Georgs III. und entwickelte 1753 eine Variante des Kompensationspendel.



Fasold, Karl Albany: (1818-1898), amerikanischer Uhrmacher, der 1861 eine Chronometer Fabrik gründete.



Frodsham: London. Bekannte und große Uhrmacherfamilie, deren hervorragendsten Vertreter Charles Frodsham (1810-1871) war. Er stellte besonders qualitätsvolle Chronometer und Uhren her. 1868 erfand er eine Möglichkeit, mittels elektrischer Kontakte Signale von Chronometern nehmen zu können. Er betätigte sich auch als Fachschriftsteller. Die heute noch existierende Firma wurde 1790 durch William Frodsham und seinen gleichnamigen Sohn gegründet.



Fromanteel Ahasuerus: London, 1607-1693. Berühmter Uhrmacher holländischer Abstammung. Als er von der Pendelerfindung Christian Huygens hörte, sandte er seinen Sohn john vom 3. September 1657 bis Mai 1658 nach Den Haag in die Werkstatt Salomon Costers, um die Herstellung von Pendeluhren zu erlernen. Von 1658 an stellte Fromanteel dann zusammen mit seinem Sohn zahlreiche Stutzuhren (Bracket Clocks) und Bodenstanduhren mit Pendel her. Sein Sohn, John Fromanteel, zog zusammen mit seinem Bruder Ahasuerus II 1681 nach Amsterdam, wo john um 1690 verstarb. Ahasuerus' II Tochter hatte 1694 den aus England stammenden John Clarke geheiratet, daraufhin wurde vermutlich die renommierte Firma Fromanteel und Clarke gegründet, von der noch zahlreiche Uhren in Museen und Sammlungen erhalten geblieben sind.



Fronmiller: Augsburg. Bedeutende Uhrenfamilie während des 16. und 17. Jh-, deren wichtigster Vertreter Hans Fronmiller d. j. (1564-1605) war. Er war der Stiefschwiegersohn Hans Schlotheims und ebenso wie dieser Kunstuhr- und Automatenbauer. Sein bedeutendstes Werk ist »Neptun auf der Schildkröte« im Kunsthistorischen Museum Wien. Auch sein Bruder Georg (1565-1611) soll Automatenuhren hergestellt haben.



Fürstenfelder Benedikt: Friedberg. Er stellte Ende des 16. und Anfang des 17. Jh. zahlreiche Tischuhren her.



Furtwängler Lorenz: Furtwangen. *1807. Tüchtiger Uhrmacher, der 1868 die Firma Uhrenfabrik Lorenz Furtwängler & Söhne gründete. Hersteller ungewöhnlich massiver und sorgfältig ausgeführter Uhren. 1900 wurde das Unternehmen in eine AG. umgewandelt, die 1929 in Konkurs ging.



Galilei Galileo: Pisa, Florenz, Padua, italienischer Naturforscher, Astrologe, Physiker und Mathematiker. Schon als Student erkannte er 1583 an den Schwingungen einer Lampe im Dom zu Pisa den Isochronismus der Pendelschwingung. Erst 1641, wenige Jahre vor seinem Tode, schon fast erblindet, entwickelte er die Idee einer Pendeluhr, die aber sowohl er selbst, als auch sein Sohn, geheim hielten. Deshalb gebührt die Priorität der Erfindung der Pendeluhren auch Christian Huygens, der das Pendel 1656 zum zweitenmal erfunden und der Welt bekannt gemacht hat.



Gallmayer Joseph: kurf. bayr. Uhrmacher, Mechaniker und Hoftrabant in München, *1717 (Neuessing/Altmühl), +1790 (Müneben). Von Standesgenossen als schädlicher Pfuscher und Brotabzwacker beschimpft, wurde er bald berühmt als Verfertiger von Maschinenfiguren und Automaten, darunter Spieluhrenautomaten in Form von »pissenden und kackenden Möpsen«.



Garde de la Blois: Paris. Eine der ersten französischen Uhrmacherfamilien, von deren Vertreter Jaques de la Garde eine der ältesten signierten und datierten tragbaren Uhren stammt (1551). Abraham de la Garde wurde 1588 Hofuhrmacher von Katharina de Medici, 1591 auch des Königs. Er lebte noch 1621.



Garnier Jean Paul: Paris, 1801-1869. Bedeutender Uhrmacher und Inhaber verschiedener Patente, auch für Hemmungssysteme und sonstige Uhrenvorrichtungen. Sein Geschäft, das von seinem Sohn und dessen Nachfolgern noch heute fortgeführt wird, wurde 1825 gegründet. Garniers Sohn Paul vermachte 1916 seine ausgesucht gute Uhrensammlung, bestehend aus 60 Objekten, dem Louvre mit der Auflage, sie in einem besonderen Raum auszustellen.



Gattineau Jakob: Ansbach, heiratete 1702 die Witwe Peter Anton Schegs, zog nach Fürth, wo er die dort später blühende Uhrmacherei begründete. Starb 1736.



Gaudron: Paris. Uhrmacherfamilie mit den Hauptvertretern Antoine I, II und III sowie Pierre. Hersteller von ausgezeichneten Stutzuhren und Bignons (dicke Taschenuhren).



Gebbardt Heinrich: Straßburg, 1602-1661. Von ihm sind astronomische Kunstuhren in der Art der Tischuhren des Jeramias Metzger und weitere Tischuhren erhalten.



Gemma Frisius: 1508-1555. Er hatte als einer der ersten die Idee, durch an Bord mitgeführte genaue Uhren und den Vergleich mit der jeweiligen Ortszeit die geografischen Längenunterschiede zu bestimmen. Er war außerdem zu seiner Zeit der bedeutendste Instrumentenmacher (Sonnenuhren, Astrolabien).



Gerdts Martin: Hamburg, dort Bürger seit 1678. Von ihm sind einige ungewöhnliche Uhren bekannt, u. a. eine Kugellaufuhr in der Art des Margraf und eine Taschenuhr in Kugelform mit einem kardanisch aufgehängten Werk und Pendel.



Gib Willem: Rotterdam, tätig 1710-1770. Hersteller zahlreicher guter Bodenstanduhren, Wanduhren, Stutzuhren und Taschenuhren.



Goddard Luther: 1762-1842. Er ist der erste amerikanische Uhrmacher, der Taschenuhren mit Spindelhemmung und Schnecke in Serie herstellte. 1809 eröffnete er in Shrewsbury, Massachusetts, ein Geschäft, wo er bis 1817 500 Uhren herstellte. Später wurde er Prediger.



Graf Johann Paulus: München, 1756-1788. Seine Stutzuhren zeichneten sich durch besonders hohe Qualität und schöne Gehäuse aus. Am 19. August 1772 bewarb er sich erfolgreich um die Hofuhrmacherstelle. Verschiedene seiner Uhren befinden sich in der Residenz in München. Sein prächtigstes Werk dürfte die St.-Georgs- Uhr sein, mit Glockenspielwerk und Datumsanzeige.



Graham George: *1673 (Horsgill), +1751 (London). Einer der berühmtesten englischen Uhrmacher. Er erfand den ruhenden Ankergang, der nach ihm Grahamgang genannt wird. Weiter erfand er das Quecksilber - Kompensationspendel, verbesserte den Zylindergang und stellte Versuche für das Rostpendel an. Er war ein guter astronomischer Beobachter und veröffentlichte zwei Monddurchgänge, mehrere Finsternisbeobachtungen und Sternbedeckungen, wozu er bedeutender mathematischer und astronomischer Kenntnisse bedurfte. Er schuf 1715 ein selbstbewegliches Planetarium. Er war der Schüler von Tompion, dem Erfinder des Zylinderganges, und der Lehrer von Thomas Mudge, dem Erfinder des freien Ankerganges. Seine Standuhren, Stutzuhren und Taschenuhren zeichnen sich durch hervorragend gearbeitete Werke aber schlichte Gehäuse aus. Er verschmähte kunstvolle Äußerlichkeiten, lieferte dafür aber Präzision.



Grandjean David-Henri: (1774-1845), Schweizer Uhrmacher aus LeLocle, war bekannt für seine hochkomplizierten Taschenuhren.



Grant, John: London, Meister 1781, tätig bis 1810. Bedeutender Uhrmacher, der vorzügliche Uhren mit Ankerhemmung herstellte, aber auch zahlreiche Varianten von Hemmungssystemen entwickelte. Zum Beispiel stammt von ihm eine Taschenuhr mit zwei Unruhen, um dadurch Schwankungen der Unruh-Schwingungsweite zu vermeiden, die durch Tragebewegungen verursacht werden.



Gregson Jean-Pierre: Paris, 2. H. 18. Jh., Hofuhrmacher, von dem sich viele schmuckvolle Taschenuhren in Museen und Sammlungen erhalten haben.



Grossmann Karl-Moritz: *1826 in Dresden, +1885 in Leipzig. Nach Volksschule und Polytechnikum in Dresden und ab 1842 fünfjährige Uhrmacherlehre bei Gutkaes. 1847 tätig bei dem Kessels- Nachfolger Krille in Altona, ebenfalls ein Gutkaes Schüler. Lehrjahre bei Lange in Glashütte, in La Chaux-de-Fonds und London. 1854 endgültige Niederlassung in Glashütte. Gründung einer Uhrenfabrik für Taschenuhren mit einem typisch Glashütter Kaliber, Marinechronometer und Präzisionspendeluhren, aber auch für feinmechanische Werkzeuge, Gangmodelle, Wächterkontrolluhren und einen 1878 patentierten Sekundenzähler. Gründung der Deutschen Uhrmacherschule (DUS) 1878 in Glashütte auf Grossmanns Anregung. Grossmann war einer der bedeutendsten deutschen Theoretiker der Zeitmeßtechnik, mit einem umfangreichen und bedeutenden schriftlichen Werk (u.a. „Der freie Ankergang der Uhren“, „Das Regulieren der Uhren“, „Abhandlung über die Konstruktion einer einfachen aber mechanisch vollkommenen Uhr“).



Guillaume Charles Edouard: (1861-1938), Uhrmachersohn, französischer Physiker Schweizer Herkunft, Leiter des Internationalen Amtes für Gewichte und Maße in Sévres. Er erfand die Nickelstahllegierungen Invar (1900) und Elinvar (1920). Nobelpreis für Physik (1920).



Gutkaes Johann Christian Friedrich: *1785 in Dresden, +1845. 1815 wurde er Uhrmachermeister und heiratete die Tochter des Dresdner Hofuhrmachers Schuhmann. 1839 Inhaber einer Uhrenfabrik und Mechaniker beim Mathematisch - physikalischen Salon. 1842 Ernennung zum Hofuhrmacher. Sehr bekannt war Gutkaes 5-Minuten - Digitaluhr in der Semper- Oper in Dresden. Leider 1869 bei Brand zerstört. 1879 rekonstruiert (ein Modell ist erhalten). Hersteller sehr guter Präzisionspendeluhren, Marine- und Taschenchronometer, letztere häufig mit Regulatorzifferblatt. Gutkaes hatte berühmte Schüler: Ferdinand Adolf Lange, der sein Schwiegersohn wurde, Friedrich Moritz Krille und Karl Moritz Grossmann.



Hahn Philipp Matthäus: *1739 in Scharnhausen als Sohn des Ortspfarrers, +1790 in Echterdingen. Nach Lateinschule und 1756-1760 Theologiestudium in Tübingen zunächst Hauslehrer, dann Vikariat. 1764 Pfarrer in Onstmettingen; erste Ehe mit Anna Maria Rapp; neben dem Pfarrerberuf mathematisches und mechanisches Interesse und Talent, Erlernen der Grundlagen im Selbststudium; Bau erster Uhren zusammen mit dem Lehrer und Jugendfreund Philipp Gottfried Schaudt in Onstmettingen, zugleich auch Präzisionsinstrumente und besonders Waagen; 1770 neue Pfarre in Kornwestheim, hier Einrichtung einer ersten eigenen Werkstatt; Entwurf einer Rechenmaschine zur Berechnung astronomischer Uhren; 1768 Bau einer ersten astronomischen Uhr, der weitere folgten, mehrfach im Auftrag des württembergischen Herzogs; außerdem mechanische Planetarien, Bodenstanduhren mit Kalender, Taschenuhren mit Kalender und häufig Zylinderhemmung. 1775 Tod seiner ersten Frau, 1776 zweite Ehe; 1781 neue und lukrativere Pfarrstelle in Echterdingen; Hang zum Pietismus. Hahn hatte großen Einfluß auf den süddeutschen Uhrenbau. In seinen Werkstätten (er selbst machte nur die Entwürfe und überließ die Ausführung seinen Mitarbeitern) arbeiteten nacheinander seine zwei Brüder und fünf Söhne, außerdem ein großer Kreis von Gesellen und Schülern, von denen einige erhebliche Bedeutung erlangten.



Harland Thomas: (1735-1807), englischer Uhrmacher, entwickelte 1791 ein Verfahren zur Massenproduktion.



Harrison John: (1693 - 1776), berühmter Uhrmacher, der den von der englischen Regierung ausgesetzten Preis von 200.000 Pfund für den Bau eines ganggenauen Seechronometers erhielt. Entwickelte unter anderem das Rostpendel.



Hartmann Georg: (1489-1564), deutscher Theologe und Mathematiker, konstruierte eine Vielzahl komplizierter Sonnenuhren.



Henlein Peter: (1485 - 1542), berühmter Nürnberger Uhrmacher, der angeblich die allerersten tragbaren Uhren geschaffen haben soll, was jedoch nicht beweisbar ist. Allerdings soll er den Stackfreed erfunden haben. Außerdem dürfte er verschiedene Dosenuhren hergestellt haben. Das legendäre Nürnberger Ei hat es in der angenommenen Eiform nie gegeben.



Hipp Dr. Matthäus: (1813-1893), deutscher Uhrmacher, Pionier auf dem Gebiet der elektrischen Uhren, konstruierte 1845 einen Telegraphen.



Hooke Dr. Robert: (1635-1703), englischer Naturforscher; erfand 1672 eine Räderschneidmaschine.



Howard Edward: (1813-1904), bekannter amerikanischer Uhrmacher und Uhrenfabrikant, leitete um 1850 die Massenproduktion von Taschenuhren in Amerika ein.



Hubert: Amsterdam/Genf Große und bedeutende Uhrmacherfamilie; ihr Ahnherr ist Noäl Hubert. Wichtige Vertreter der Familie waren vor allem Jacques und Etienne d. A. Als Hugenotten mussten sie 1686 Frankreich verlassen. Einige flohen nach Genf, andere nach Leiden und Amsterdam. In Genf und Amsterdam war die Familie über einige weitere Generationen in der Uhrmacherei aktiv.



Huygens Christian: Den Haag, 1629-1695. Astronom, Mathematiker und Physiker. Im Jahre 1656 erfand er unabhängig von Galilei das Pendel zum zweiten Mal und machte es 1657 durch eine Veröffentlichung allgemein bekannt.Die durch die Einführung des Pendels ermittelte Ganggenauigkeit führte zur regelmäßigen Anbringung des Minutenzeigers. 1666 zog er nach Paris, wo er 1673 das Buch »Horologium oscillatorium« veröffentlichte. 1674 erfand er die Spiralfeder und ließ sie in eine Taschenuhr einbauen. Die Kombination Unruhe-Spirale ist bis auf den heutigen Tag das Regulierorgan aller mechanischen, tragbaren Uhren. Huygens verdankt die Uhrmacherei noch viele weitere Impulse. So gab er u. a. den Engländern die ersten Anregungen für den Bau von Aquationsuhren. Der von ihm erfundene endlose Schnuraufzug trägt seinen Namen. Besonders bemühte er sich auch um die Entwicklung von genau gehenden Seeuhren. Das Naturwissenschaftliche Museum in Leiden bewahrt einige seiner verwirklichten Ideen aus diesem Bereich auf.



Ilbery (Ilbury): William, London, tätig etwa 1780 bis 1839. Tüchtiger Uhrmacher, der überwiegend sehr kostbare, in Gold und Edelstein mit Email ausgeführte Uhren lieferte. Seine Spezialität waren Uhren für den chinesischen Markt, die später von der Firma Bovet in Fleurier noch erfolgreicher nachgemacht wurden.



Imbser Philipp: Straßburg/Tübingen, tätig Mitte des 16. jh. Von ihm stammt die berühmte astronomisch-astrologische Türmchenuhr mit einer Automatenfigur und dem ersten sich drehenden Himmelsglobus. Das hochinteressante Objekt ist 90 cm hoch und befindet sich heute im Technischen Museum in Wien.



Ives Joseph: (1782-1862), amerikanischer Uhrmacher, entwickelte u.a. ein Verfahren zum Walzen von Messing.



Jacob Jean-Aimé: (1793-1871), bekannter französischer Uhr- und Chronometerbauer; fertigte auch Bodenstanduhren und entwickelte einen Sekundenstop- Mechanismus als Vorläufer des Chronographen.



Jacquet-Droz Henri-Luis: (1752-1791), schweizer Uhrmacher und Automatenbauer, stellte vor allem Spieluhren, Taschenuhren sowie Automaten her, von denen einige lebensgroß sind.



Janvier Antide: 1751-1835. Ein genialer Uhrmacher, der schon in jungen Jahren begann, astronomische Uhren zu bauen. Seine Uhrwerke zeichnen sich durch ihre teils einmalige Konzeption, feinste Verarbeitung und raffinierte Übersetzungsverhältnisse vor allen Arbeiten seiner Zeitgenossen aus. Er erfand neue Getriebe und Konstruktionen, um z. B. astronomische Gegebenheiten mit größtmöglicher Genauigkeit darstellen zu können. Darüber hinaus hat er mehrere Fachbücher verfasst.



Japy: französische Uhrenfabrik, um 1770 von Frederic Japy gegründet. Das Unternehmen wurde von seinen Söhnen unter dem Namen Japy Freres weitergeführt.



Jaquet-Droz Pierre: La Chaux de Fonds. Einer der bedeutendsten Schweizer Uhren und Automatenbauer. Zuerst allein, später zusammen mit seinem Sohn und mit j. F. Leschot stellte er Stutzuhren und Prunk-Pendeluhren mit Musikspielwerken und Automatenfiguren her. Er befaßte sich auch mit der Anfertigung von Taschenuhren mit automatischem Aufzug, Spiel- und Automatenwerken, Singvogeldosen und singenden Vögeln. Seine berühmtesten Werke sind menschliche Automaten im Neuenburger Museum: der Schreiber, der Zeichner und die Klavierspielerin.



Jean Richard, Daniel: 1665 bis 1741. Begründer der Schweizer Uhrenindustrie im Raum Le Locle und in La Chaux-deFonds.



Jendritzki Hans: Hans Jendritzki wurde am 25. 07. 1907 in Wolmirstedt bei Magdeburg als Sohn des Uhrmachermeisters Johannes Jendritzki geboren. Beim Vater lernte er den Beruf des Uhrmachers und im letzten Lehrjahr in Hamburg-Altona beim Uhrmachermeister Kitzky.
Es folgten Jahre in der Schweiz und 1936 wurde in Berlin die Meisterprüfung abgelegt. Nach Jahren als Redakteur der "Uhrmacherkunst" in Berlin unterrichtete er - unterbrochen durch die Kriegsjahre - als Studienrat an der Staatlichen Uhrmacherschule Hamburg.
Als Autor zahlreicher Abhandlungen in Fachzeitschriften machte er sich schnell einen Namen. Entsprechende Fachbücher folgten, die zur Grundlagenliteratur vieler Uhreninteressenten gehören. Er zeichnete sich durch große Fachkompetens und gut verständliche Darstellungsweise in Wort und Bild aus. Seine Werke wurden zum Teil in 10 Sprachen übersetzt. Drei Bücher werden immer noch in der Schweiz verlegt. In welchen Ausschüssen er mitarbeitete entzieht sich meiner Kenntnis. Er wird aber als liebenswürdiger und gern gesehener Berater beschrieben. Am 17.03.1996 verstarb Hans Jendritzki im Alter von 88 Jahren. (Michael Stern)



Jerome: Chauncey, Bristol und New Haven, USA, 193-1860. Einer der Pioniere der amerikanischen Uhrenherstellung.



Johann Nicolaus Alexius: Mainz, 1753-1826. Augustinerpater, seit 1781 Lehrer am kurfürstlichen Gymnasium in Mainz. 1796 Fertigstellung der ersten seiner acht astronomischen Uhren, von denen heute nur zwei erhalten sind. Auch von seinem Bruder Johann Baptist Michael Johann, ebenfalls Augustinerpater, sind sechs astronomische Uhren hergestellt worden, von denen noch vier erhalten sind.



Jørgensen: (24.12.1745 – 16.05.1811), der Begründer der bedeutendsten dänischen Uhrmacherdynastie, nannte sich später Jürgen Jürgensen. Uhren mit der Signatur Larpent & Jürgensen sind ab 1773 zu finden. Aufgrund eines zum zweiten Mal gestellten Antrages erfolgte die staatliche Bewilligung "zur fabrikmäßigen Herstellung von Uhren" 1781. Ein erster Antrag von 1780 war erfolglos. Urban (05.08.1876 – 14.05.1830) war der hervorragendste Vertreter der Familie. Jules Jürgensen (27.07.1808 – 17.12.1877) produzierte in Le Locle unter der Marke "Jules Jürgensen, Kopenhagen". Die schweizerischen Behörden haben sein Unternehmen offenbar immer als Tochterfirma von "Urban Jürgensens Sønner, Kopenhagen" angesehen, weshalb wohl Behördenakten über die Firmengründung nicht auffindbar sind. Als Gründungsjahr ist 1838 anzunehmen. (Quelle: Knudsen, nach einem nicht veröffentlichten Manuskript von 1992).



Kendalt Larcum: London, 1721-1795. Hervorragender Uhrmacher, der als erster Hatrisons Seeuhr Nr. 4 nachbaute. Sein Chronometer Nr. 2 war der berühmte »Bounty Timekeeper« des Kapitäns Bligh, der von den Meuterern auf die Insel Pitcaim mitgenommen wurde und erst viele Jahrzehnte später nach England zurückkam.



Kiening Hans: 1510-1586. Mitglied einer Malerfamilie in Füssen. Er malte das Zifferblatt mit ewigem Kalender der bekannten großen hölzernen astronomischen Stutzuhr im Kunsthistorischen Museum in Wien, ist jedoch nicht identisch mit dem H. K. punzierenden noch unbekannten Uhrmacher und Hersteller verschiedener Renaissance-Uhren.



Kinzing Peter: Neuwied, 1746-1816. Seit 1770 arbeitete er mit den damals bedeutendsten Kunsttischlern der Zeit, Abraham und David Roentgen, zusammen. Für sie verfertigte er zahlreiche Spieluhren mit Flöten oder Glocken, Uhren mit astronomischen Angaben oder auch einfache Pendeluhren.



Klein Johannes: Jesuitenpater, Prag, 1684 bis 1762. Hersteller einiger hervorragender astronomischer Kunstuhren, darunter die Tychonische Uhr, 1751 (nach der Hypothese Tycho Brahes über den Umlauf von Sonne, Mond und Planeten um die Erde), die Kopernikanische Uhr, 1752, und die Geographische Uhr, 1754, die Ähnlichkeit mit der gleichnamigen Uhr von Zacharias Landeck hat.



Knauss Friedrich von: Darmstadt, Brüssel und Wien, 1724-1789. Einfallsreicher und tüchtiger Mechaniker und Uhrmacher. Kam 1737 an den fürstlichen Darmstädter Hof und wurde dort 1749 Hofmechanikus. Er baute zusammen mit seinem Bruder die sogenannte Kaiserliche Vorstellungsuhr, einen einzigartigen Prunkautomaten, die er anlässlich des zehnten Jahrestages der Thronbesteigung Maria Theresias in Wien übergab. Außer Uhren fertigte er Schreibapparate (Vorläufer der Schreibmaschine), Bergbaumaschinen und vieles andere. 1778 wurde er als Artilleriehauptmann in Wien fest angestellt.



Landrock Horst: (1904-1991) Bekannter deutscher Uhrmacher und Uhrensammler. Uhrmacherlehre im Geburtsort Dresden, in dieser Zeit bereits Interesse an alten Uhren. Arbeiten bei einem Spezialisten für die Reparatur alter Uhren in Prien am Chiemsee. Meisterprüfung 1930, Niederlassung mit einem Uhrenfachgeschäft im sächsischen Zittau. Seit 1934 Obermeister der Uhrmacherinnung. Im Laufe der Zeit trug Landrock eine umfangreiche Sammlung alter Uhren aller Arten zusammen, die zu den bedeutendsten Privatsammlungen in Deutschland zählt. Diese Sammlung war bis zu Landrocks Tod öffentlich zugänglich und wird inzwischen von seinem Sohn Dieter Landrock (geh. 1933) erhalten und aufbewahrt.



Lange Walter: geb. 1924. Sohn von Rudolf Lange. Nach der Wiedervereinigung Deutschlands gründet er 1990 erneuet die Firma Lange & Söhne. (Siehe auch: Walter Lange).



Le Roy Julien: *1686 in Tours, +1754 in Paris. Uhrmacherlehre hauptsächlich in Paris. 1713 zum Meister ernannt. 1739 Uhrmacher des Königs mit Wohnung im Louvre. Zahlreiche Erfindungen: Um 1725 Justierung für das Hemmrad der Spindelhemmung. Verbesserung des Repetitionsschlagwerks durch Einführung von Tonfedern anstelle der Glocken und der Alles- oder- Nichts Sicherung. Le Roy war ein sehr innovativer und bedeutender französischer Uhrmacher.



Le Roy Pierre: *1717 als Sohn des Julien Le Roy +1785. Uhrmacherausbildung in der Werkstatt des Vaters, nach dessen Tod 1754 Hofuhrmacher; 1748 Erfindung einer freien Chronometerhemmung; um 1754 Bau eines  ersten Seechronometers, mehrere weitere Seechronometer 1763, 1764 und die reifste Lösung 1766. Das letzte mehrmals auf Seereisen geprüft. Außerdem Experimente mit Temperaturkompensationen; Erfindung einer bimetallischen Kompensationsunruh; seit etwa 1773 nur noch theoretische wissenschaftliche Arbeiten mit einer Reihe von Veröffentlichungen. Pierre Le Roy war einer der bedeutendsten Chronometerpioniere. Er entwickelte - unabhängig von Harrison in England - die hochpräzise Seeuhr. Wie die Harrisons waren auch seine Instrumente für eine serienmäßige Herstellung zu kompliziert.



Lepine Jean Antoine: *1720 im französischen Chalex, +1814 in Paris. Nach Uhrmacherlehre Arbeiten bei dem königlichen Uhrmacher Caron in Paris, dessen Tochter er 1756 heiratet und dessen Teilhaber er wird. (Wahrscheinlich zusammen mit Caron Erfindung der einfachen und doppelten Kommahemmung). 1762 Meisterprüfung. Um 1766 Ernennung zum königlichen Uhrmacher. 1769 Übernahme der Werkstatt Carons, der am Hofe Karriere macht. Um 1770 Entwicklung des berühmten „Kaliber Lepine“. Um 1780 zeitweise Leitung der von Voltaire in Ferney gegründeten Uhrenmanufaktur. Rückzug von den Geschäften 1794. Lepine gilt durch die Entwicklung seines flachen Brückenkalibers als einer der Wegbereiter der modernen Taschenuhr.



Leschot Jean-Frederic: (1747-1824), schweizerischer Hersteller von Singvogeldosen und Automaten.



Mannhardt Johann: (1798-1878), bekannter bayrischer Turmuhrenhersteller; die bekanntesten sind wohl um 1842 für die Münchener Frauenkirche, 1871 für das Berliner Rathaus und 1878 für den Kölner Dom hergestellten Turmuhren.



Martin Johann: (1642-1721), Augsburger Uhrmacher. Eine Monstranzuhr steht im Bayrischen Nationalmuseum.



Mercer Thomas: (1822-1900), Uhrmacher in London und St. Albans, der Chronometer unter Benützung einer Kompensation mit Hilfe von Quecksilber herstellte. Er gründete die Firma Thos. Mercer & Son., die heute noch Chronometer herstellt.



Metzger Jeremias: 1530-1583. Berühmter Augsburger Uhrmacher. Eine von ihm stammende prachtvolle astronomische Stutzuhr in üppig dekoriertem feuervergoldetem Bronzegehäuse aus dem Jahre 1564 befindet sich im Kunsthist. Museum in Wien. Eine Reihe weiterer überaus kunstvoller und technisch komplizierter Uhren legt ein beeindruckenden Zeugnis von seiner Kunstfertigkeit ab.



Meylan Philippe Samuel: 1772 im Weiler Bas-duChenit bei Le Brassus als Sohn des Schlossers Pierre Meylan, + 1845. Ausbildung zunächst beim Vater; um 1792- Arbeit in Genf bei Godemar Freres; Rückkehr nach Le Brassus und Gründung einer kleinen Manufaktur; 1811 endgültige Niederlassung in Genf; Partnerschaft mit Isaac Daniel Piguet (1775-1841) „Piguet &Meylan“ bis 1828. Spezialisiert auf Minutenrepetitionen, skelettierte und extraflache Werke des von Meylan erfundenen Bagnolet-Kalibers (umgekehrt wie üblich sitzt das Zifferblatt auf der Räderwerkseite des Werkes). Außerdem Taschenuhren mit Figurenautomaten und Musikspielwerken. Die mit Emailmalerei verzierten komplizierten Taschenuhren von Piguet & Meylan gehören zum Feinsten, was damals möglich war. Meylan, aus einer der großen und weitverzweigten Uhrmacherfamilien des Vallee de joux stammend, war einer der bedeutendsten Uhrmacher seiner Zeit im Schweizer Jura.



Möllinger: Uhrmacherfamilie in Neustadt, Mannheim, Frankenthal, Berlin und anderen Orten. Begründer der Dynastie war jacob Möllinger, Neustadt (1695-1763), kurpfälzisch privilegierter Uhrmacher, von dem zahlreiche gute Uhren erhalten sind. Von Christian Möllinger, Berlin (1754-1826), Oberhofuhrmacher des Königs von Preußen, stammen hervorragende Standuhren mit Orgelund Flötenspielwerken in Schlössern, Museen und Privatsammlungen. Er stellte auch astronomische Uhren her, teilweise mit Angaben der Zeitgleichung.



Motel Jean-Francois Henri: Paris, 1786 bis 1859, stellte neben etwa 85 Marine - Chronometern feinster Ausführung Präzisionsuhren aller Art her. Dabei verwendete er oft die von Houriet eingeführte sphärische Spirale.



Mudge Thomas: London, 1715-1794. Schüler Grahams, erfand 1759 den »freien Ankergang«, eine Hemmung, mit der heute mehr als 95 0/o aller mechanischen Armbanduhren, viele 100 Millionen Stück, ausgerüstet sind. Den Siegeszug seiner Erfindung hat er nicht erlebt. Er war ein genialer Chronometermacher und Hersteller zahlreicher, teilweise ausgefallener Uhren.



Muth Gerard: Frankfurt/Main, 2. Hälfte 17. jh. Er stellte Taschenuhren mit vier- und fünfeckigen Rädern her. Einige davon sind im Kunsthistorischen Museum Wien und im Mathematisch-physikalischen Salon in Dresden erhalten.



Nardin Ulysse: *1823 in Le Locle als Sohn des Uhrmachers Leonard Frederic Nardin, +1876. Lehrzeit beim Vater, anschließend bei dem berühmten Chronometermacher Frederic-William Dubois in Le Locle; Gründung einer Uhrenfabrikation 1846 in Le Locle, baldige Spezialisierung auf Präzisionsuhren und Chronometer; 1862 hohe Auszeichnung auf der Weltausstellung.



Naumann: bekannte Uhrmacherfamilie in Dresden, die im ganzen 18. Jh. für den Kurfürsten von Sachsen und dessen Hof arbeitete. Besonders gute Chatelaine-Uhren sind von den drei Uhrmachern der Familie geschaffen worden.



Newsam Bartholomew: englischer Uhrmacher, tätig im späten 16. Jahrhundert; stellte Taschen- und Tischuhren für Königin Elisabeth I. her.



Niedermayer Franz Jakob: Salzburg. Meister 1708, +1751, Hofuhrmacher. Hersteller zahlreicher Taschenuhren und Stutzuhren.



Norris Joseph: Amsterdam, *1650, +1700. Produktiver Fabrikant guter Stutz-, Wand- und Taschenuhren.



Norton, Eardley: Angesehener Londoner Uhrmacher, der 1762 in die Zunft aufgenommen wurde und um 1794 starb. Er stellte sowohl Stutzuhren, Seechronometer und Taschenuhren hoher Qualität als auch eine große Anzahl einfacher Gebrauchs - Taschenuhren her.



Nouwen, Michael: London, tätig 1582 bis 1613. Von ihm sind einige hervorragende Halsuhren, darunter auch mit Schlagwerk, bekannt.



Ohlsen, Jens: Kopenhagen, 1872-1945. Schöpfer der technisch kompliziertesten und schönsten Uhr der Welt. Sie ist im Kopenhagener Rathaus ausgestellt.



Oudin Charles: bekannter französischer Uhrmacher, fertigte qualitätsvolle Reise-, Tisch-, Taschenuhren und Marinechronometer.



Passerat: Uhrenfabrik in Paris, 1845 durch Narcisse P. gegründet. Sie spezialisierte sich auf die Nachbildung von Pendulen und Kaminuhren älterer Stilrichtungen, womit sie große Erfolge hatte. Viele tausend Uhren hatte das Unternehmen hergestellt, als es 1968 in Ermangelung eines Nachfolgers den Betrieb aufgab.



Peffenhauser Philipp Heinrich: Augsburg, 1657-1733. Bedeutender Uhrmacher, der Taschenuhren mit Schlagwerk, Telleruhren und auch Sonnenuhren anfertigte.



Peiras: bekannte Uhrmacherfamilie in Blois, die vom Ende des 16. bis Ende des 17. jh. überwiegend dekorative Halsuhren herstellte.



Perrelet Abraham Louis: 1729-1826. Schweizer Uhrmacher. Erfinder des automatischen Aufzugs (1770) für Taschenuhren, also der Uhren, die sich durch die Körperbewegungen beim Gehen aufziehen.



Petitot Jean: Genf, London, Paris, Blois und Vevey, 1607-1691. Bedeutender Emailmaler, der zuerst am Hofe Karls 1. in England wirkte. Nach Cromwells ersten Siegen 1644 zog er nach Frankreich, wo er in Paris und Blois für den Hof arbeitete. In Blois wurde sein Sohn (gleichen Namens) 1653 geboren, der wie er Emailmaler wurde, aber nicht die Qualität seines Vaters erreichte.



Philippe Adrien: 1815-1894. Uhrmacher in Genf, erfand 1842 den heute üblichen Kronenaufzug, wobei zusätzlich die Zeiger gestellt werden konnten. Er trat daraufhin in die Fabrik Patek ein, die seit dieser Zeit den Namen Patek, Philippe & Cie. trägt. (Siehe auch: Patek Philippe)



Piguet et Meylan: Genf. Hersteller feinster Uhren mit Musikspielwerken mit Repetition, Singvogeldosen, Vogelkäfigen mit singenden Vögeln, in goldenen, emaillierten oder mit Edelsteinen besetzten Gehäusen.



Pinchbeck Christopher: Uhrmacher in London, erfand u. a. eine neue Legierung aus vier Teilen Kupfer und drei Teilen Zink, die heute seinen Namen trägt. Er und sein Sohn Christopher jun. (1710-1783) stellten kostbare Uhren, teils mit astronomischen Angaben, teils mit Musikspielwerken für die europäischen Königshöfe her.



Plantard Nicolas: Abbeville. 2. Hälfte 16. Jh. Hervorragender Uhrmacher, von dem eine Reihe schlichter aber sehr schöner Tischuhren erhalten ist.



Poncet Jean Francois: Dresden, 1714-1804. Der gebürtige Genfer kam 1730 nach Dresden und fertigte für den Hof zahlreiche kostbare Taschenuhren, oft mit Chatelaine an, u. a. in geschnittenen Achat- oder Jaspisgehäusen, Porzellangehäusen usw. Außerdem sind einige Kutschen- und Satteluhren von ihm erhalten.



Prior George und Edward: in den Jahren 1780 bis 1865 Hersteller von Taschen- und Stutzuhren für den Export in den Vorderen Orient.



Quare Daniel: London, 1648-1724. Berühmter Uhrmacher in London, von dem noch zahlreiche Taschenuhren, Bracket Clocks und Bodenstanduhren existieren. Quare siegte 1686 in einem Patentstreit um die Erfindung der Repetitionsuhr. Neben Thomas Tompion, seinem schärfsten Rivalen, konstruierte er auf Huygens Anregung die ersten Aquationsuhren.



Riefler Sigmund: (1847-1912), berühmter deutscher Physiker und Präzisionsuhrmacher. Er erfand das Rieflersche Kompensationspendel.



Rodanet Julien Hilaire: (1810-1884), Französischer Uhrmacher, bekam für seine vorzüglichen Marine-Chronometer 1885 eine Goldmedaille und wurde Ritter der Ehrenlegion.



Roskopf Georges Frédéric: La Chaux-deFonds, 1813-1889. Er eröffnete 1868 eine Uhrenfabrik, in der er in großen Stückzahlen preiswerte Uhren produzierte.



Ruempol: Uhrmacherfamilie in Laren, Holland, die im 18. und 19. Jh. tätig war (Hauptvertreter Lorenz Ruempol). Außer Turmuhren stellten sie eine charakteristische Wanduhrenart her, die »Ruempolklok«.



Rugendas: Uhrmacherfamilie in Augsburg, deren wichtigste Vertreter, Nikolaus I R. (1585-1658), Nikolaus II R. (1619-1694) und Nikolaus III R. (1665-1745), nicht nur Hals und Stutzuhren, sondern auch Sonnen-, Mond- und Sternuhren herstellten.



Sailer Johann: 1597-1668. Kunstuhrenmacher, stammte aus Angelberg, Niederbayern, kam 1617 nach Ulm, wurde 1624 Bürger und 1646 Zunftmeister. Er stellte kostbare Halsuhren, komplizierte astronomische Stock- und Stutzuhren und technisch ausgefallene Uhren her. Zwei seiner Kugellaufuhren, die nach dem Vorbild von Christoph Margrag geschaffen wurden, und eine silberne, astronomische, mit Drei-Monatsgangwerk versehene türmchenförmige Stutzuhr sind erhalten (Württembergische Landesmuseum).



Schlottheim Hans: 1547-1625. Bedeutendster und produktivster Augsburger Uhrmacher und Automatenbauer seiner Zeit. Gebürtig aus Naumburg, Saale, kam er 1572 nach Augsburg, heiratete 1573 und machte sich selbständig. 1577 erhielt er Aufträge von Kaiser Rudolf II. In den folgenden 30 Jahren entstanden in seiner Werkstatt einzigartige Werke: der berühmte Krippenautomat, die kupfernen Krebse, die sich selbst fortbewegen, die Tischautomaten in Form von Galeeren, die auf dem Tisch fortrollen können, mit beweglichen Soldaten, Musikanten mit Musikspielwerken, mit Kanonen usw. sowie die berühmte Kugellaufuhr »Der Turm zu Babel«, mit der er allerdings das Kaiserliche Patent von 1595 an Christoph Margraf verletzte. Zahlreiche seiner archivarisch belegten Uhren sind verschollen, besonders diejenigen, die vorn Kaiser als Geschenke an türkische Sultane übersandt wurden. In den letzten Jahren seines Lebens geriet Schlottheim in Not, weil der Kaiser ihm das Geld für seine Uhren verweigerte.



Schmidt Carol (Carll): Augsburg, 1590 bis 1636. Hersteller zahlreicher Automatenuhren, darunter Negerautomat, Madonnenuhr, Lampenautomat. Daneben stellte er auch dosenförmige, ovale und kreuzförmige Halsuhren her.



Snellen Willem: (1727-1791), holländischer Chronometerbauer aus Dordrecht.



Sorg Josef: (1807-1872), deutscher Uhrmacher aus dem Schwarzwald; entwickelte gegen 1830 eine Miniatur-Wanduhr, deren Gestell nur 3 x 3 cm groß war. nach ihrem Erfinder Sorg-Uhr benannt.



Steinheil Karl August: (1801-1870), Astronom und Optiker. Er war der erste, der die Elektrizität für die Zeitmessung in Anwendung brachte.



Sully Henry: (1680-1728), englischer Uhrmacher.



Tompion Thomas: 1639-1713. Londoner Uhrmacher, in England als »Vater der englischen Uhrmacherkunst« bezeichnet. Er verdankt seinen außergewöhnlichen Ruf seiner überragenden Werkmannsarbeit, die die englische Uhrmacherkunst das ganze 18. Jh. hindurch entscheidend beeinflusste. Von ihm sind u. a. 650 Bodenstand- und Stutzuhren (Bracket Clocks) nachgewiesen. Neben Quare und Williamson stellte er nach Huygens' Anregung Aequationsuhren her. Seine Bodenstanduhren sind zum Teil mit Monats-, ja sogar Jahresgangwerk (mit Schlagwerk), ausgerüstet. Andere geben Datum, Wochentag oder Mondphase an. Eine Bodenstanduhr besitzt sogar ein Astrolabium. Für das Greenwicher Observatorium schuf er 1674 für den Gebrauch des königlichen Astronomen John Flamsteed zwei Uhren mit langen 2-Sekunden-Pendeln, die über den Uhren angeordnet waren. Damit folgte er einer Versuchsanordnung, die Robert Hooke entwickelt hatte, mit dem Tompion eng zusammenarbeitete. Tompion hat rund 6000 Taschenuhren hergestellt, gegenüber nur 550 Bodenstanduhren und Bracket Clocks zusammen. Als einer der ersten verwendete er die Spiralfeder, die von Thuret im Auftrage Huygens 1674 erstmals ausgeführt wurde. Er erfand die sogenannte Sautrog - Hemmung, einen Vorläufer der Zylinderhemmung, die von Graham zur Gebrauchsreife weiterentwickelt wurde. 1701 nahm Tompion Eduard Banger, der eine seiner Nichten geheiratet hatte, als Kompagnon in seine Firma auf. Die Partnerschaft ging aber 1708 zu Ende. Seit 1711 arbeitete er mit Georg Graham, der eine andere Nichte von ihm heiratete. Graham übernahm später auch sein Geschäft Tompion starb 1713, Graham 1751. Beide wurden wegen ihrer außergewöhnlichen Verdienste um die englische Uhrmacherei in der Westminster Kathedrale begraben.



Ulrich Johann Gottlieb: 1795-1875 London. Bedeutender Uhrmacher, der durch verschiedene Erfindungen die Herstellung von Seechronometern verbesserte.



Vacheron & Constantin: Genf Das 1819 durch Jacques Bartholemy Vacheron (1787 bis 1864) gegründete Unternehmen gewann erst 1839 an Bedeutung, als George Auguste Legot, der Erfinder des Zugwinkels bei der Ankeruhr, in die Firma eintrat und moderne Herstellungsverfahren einführte. Die Firma konzentrierte sich von da an auf die Herstellung hochwertigster Uhren, mit denen sie die Höfe ganz Europas belieferte. Das Unternehmen existiert heute noch. (Siehe auch: Vacheron & Constantin)