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Uhrmacherwerkzeug
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Bei Handaufzugswerken muss der Zugfeder neue Energie zugeführt werden. Dazu ist die Krone so lange vorsichtig hin- und herzudrehen, bis ein Widerstand spürbar wird. Über das Aufzugssystem gelangt diese Energie zum Federhaus und damit zur Zugfeder. Das Gesperr verhindert dabei ein Zurückdrehen des Sperrrades und die Entspannung der Zugfeder auf dem Wege über das Aufzugssystem.
Diese Arbeit wird dem Besitzer einer Armbanduhr mit automatischem Aufzug von einem kleinen Zusatzwerk abgenommen, mit dessen Hilfe die aus den Armbewegungen resultierende kinetische Energie zum Spannen der Zugfeder nutzbar gemacht wird. Damit bietet die Armbanduhr mit automatischem Aufzug jedoch nicht nur ein höheres Maß an Bequemlichkeit, sondern, als weiteren Vorteil, auch eine größere Ganggenauigkeit. Diese resultiert letztlich aus einem konstanteren Drehmoment der Zugfeder, die ja durch jede Handbewegung nachgespannt wird. Antriebseinheit des automatischen Aufzugssystems ist heute fast ausnahmslos ein Rotor. Bis in die Fünfziger Jahre wurden dagegen hauptsächlich Pendelschlagmassen verwendet, die sich hin- und herbewegten und deren Weg beidseitig durch Pufferfedern begrenzt war.
Zwischen Rotorwelle und Sperrrad sind bei modernen Konstruktionen zwei Getriebe geschaltet: Das Wechselgetriebe formt die beiden Drehrichtungen des Rotors in die eine um, die zum Spannen der Zugfeder benötigt wird. Wechselgetriebe erhöhen die Effizienz automatischer Aufzüge, da alle Rotorbewegungen sinnvoll ausgenutzt werden können. Das Reduktionsgetriebe transformiert die schnellen Rotorbewegungen in langsame Drehbewegungen mit höherem Drehmoment, die sich wiederum zum Spannen der Zugfeder verwenden lassen. Eine weitere Besonderheit bei Uhrwerken mit automatischem Aufzug verhindert, dass die Zugfeder überspannt werden und damit reißen kann. Zu diesem Zweck wird bei Armbanduhren mit automatischem Aufzug das äußere Ende der Zugfeder nicht direkt mit der Federhaustrommel verbunden, sondern mit einer Art Rutschkupplung verknüpft. Sobald die Zugfeder ihr Spannungsmaximum erreicht hat, rutscht der "Gleitzaum" an der inneren Wand der Federhaustrommel entlang.
Um ein Uhrwerk mit automatischem Aufzug entstehen zu lassen, sind rund 160 Teile erforderlich. Dass sie, sorgfältig zusammengefügt, imstande sind, etwas Abstraktes wie die Zeit zu messen, ist Ausdruck einer fast genialen Symbiose.
Die gestaltlose Zeit wird durch das tickende Werk der mechanischen Räderuhr mit einem Mantel technischer Ästhetik umhüllt.
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